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Malteser Niederaichbach

Landrat verleiht den Malteser-Urgesteinen das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten

13.05.2012

Viel Lob für Walter Zollitsch und Ludwig Kaiß

 

Landrat verleiht den Malteser-Urgesteinen das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten

 

Bei der Ehrung im Landratsamt: (v.l.) Herbert Wenk, Angelika und Ludwig Kaiß, Walter und Dora Zollitsch, Landrat Josef Eppeneder, Bürgermeister und Vizelandrat Josef Haselbeck sowie Rainer Zollitsch.(Foto: mü)

Von Horst Müller Landshuter Zeitung


In ihrer Heimatgemeinde Niederaichbach sind sie seit jeher der Inbegriff des Malteser Hilfsdienstes (MHD). Spätestens seit Dienstag stehen ihre Namen nun auch im gesamten Landkreis beispielhaft für aufopferungsvolles ehrenamtliches Engagement im Dienst der Allgemeinheit: Walter Zollitsch und Ludwig Kaiß. Im Auftrag von Horst Seehofer überreichte Landrat Josef Eppeneder den beiden langjährigen MHD-Aktivisten das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt. Zu den ersten Gratulanten zählten Niederaichbachs Bürgermeister Josef Haselbeck, MHD-Ortsbeauftragter Herbert Wenk und MHD-Einsatzleiter Rainer Zollitsch.


Mit Walter Zollitsch und Ludwig Kaiß wurden zwei ehrenamtliche Helfer ausgezeichnet, die mit Fug und Recht als "Urgesteine" des Malteser Hilfsdienstes weit über den Landkreis Landshut hinaus bezeichnet werden können. Allen voran Walter Zollitsch, der seine ehrenamtliche Laufbahn bereits im Jahr 1959 begann, als er der Freiwilligen Feuerwehr Niederaichbach beitrat. Seine größten Verdienste erwarb er sich allerdings beim MHD, denn ohne sein Engagement gäbe es den Standort Niederaichbach nicht, betonte der Landrat.


Auf Zollitschs Initiative hin gründeten im Jahr 1971 einige Idealisten die Maltesergruppe Niederaichbach. In Gruppenabenden wurde zunächst Erste Hilfe in Theorie und Praxis erlernt und geübt, immer mit dem Ziel vor Augen, das Wissen weiterzugeben, Mitmenschen in Notlagen zu helfen und einen Rettungsdienst zu organisieren. Als Leiter der Gruppierung habe er sich weitergebildet und bald darauf die Prüfung zum Ausbilder mit der Note "sehr gut" abgelegt. Die Schwerpunkte der damaligen ehrenamtlichen Tätigkeit seien die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe sowie der Sanitäts- und Rettungswachdienst an den Wochenenden gewesen.


Zollitschs guten Kontakten sei es zu verdanken gewesen, dass der MHD Niederaichbach von den Räumen in einer Gärtnerei in einen Bürocontainer umziehen konnte. Nach langen, von Walter Zollitsch jedoch äußerst geschickt geführten Verhandlungen habe die Gruppierung im Jahr 1991 schließlich mit der Rettungswache Räume im neu errichteten Mehrzweckgebäude der Gemeinde beziehen können.


"Sie verstanden es immer wieder, die Mitglieder zur ständigen Aus- und Weiterbildung zu motivieren, die dadurch eine hohe Fachkompetenz gewannen", würdigte der Landrat in seiner Laudatio. Walter Zollitsch habe mit einer vorbildlichen Jugendarbeit dafür gesorgt, dass es nie an Nachwuchs mangelte, und schließlich eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung erreicht. Obwohl er aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste, sei er noch immer als ehrenamtlicher Referent im Bereich Ausbildung tätig und stehe der MHD-Gliederung Niederaichbach beratend zur Seite.


Damit nicht genug: Walter Zollitsch sah sich nach einem neuen Betätigungsfeld um, er wurde im Jahr 2001 zum Vorsitzenden des VdK-Ortsverbandes Nieder- und Oberaichbach gewählt und initiierte die monatlichen VdK-Sprechtage im Rathaus. Von 2005 bis 2008 fungierte er zudem als Seniorenberauftragter der Gemeinde Niederaichbach und betreute ältere Mitbürger bei Behördengängen, organisierte Veranstaltungen und die Vermittlung von betreutem Wohnen.


Eine ehrenamtliche Stütze des Malteser Hilfsdienstes ist auch Ludwig Kaiß, der seit 1985 der Niederaichbacher Gliederung angehört und seitdem im Rettungsdienst aktiv tätig ist. Bis zur Bildung einer gemeinnützigen GmbH im Jahr 2007 habe er zahllose Wochenendschichten ohne jegliches Entgelt übernommen. Auch heute noch übernehme er freiwillig den Sanitätsdienst bei größeren Vereinsveranstaltungen oder kirchlichen Feierlichkeiten in der Gemeinde. Damit trage Ludwig Kaiß in hohem Maße dazu bei, "dass sich die Bürger gut betreut wissen", wie Landrat Eppeneder hervorhob.


Ludwig Kaiß gehört zudem seit 20 Jahren der "Ergänzungskomponente" des MHD-Rettungsdienstes an: Wenn sich der Rettungswagen der hauptamtlich besetzten Rettungswache Niederaichbach im Einsatz befindet und ein weiterer Notfall gemeldet wird, wird ein Niederaichbacher MHD-Fahrzeug mit Ehrenamtlichen wie Ludwig Kaiß besetzt, um eine schnelle Versorgung von akut erkrankten oder verletzten Personen sicherzustellen. In den vergangenen Jahren wurden jährlich bis zu 75 Einsätze abgewickelt, wobei Ludwig Kaiß an mehr als zwei Dritteln dieser Einsätze beteiligt gewesen sei, die in erster Linie nachts sowie an Wochenenden oder Feiertagen vorkommen würden.


Darüber hinaus ist der altgediente Malteser für das gesamte Medikamentenlager der Rettungswache zuständig. Jahrelang war er außerdem Kassenwart der Malteser-Gliederung und habe diese Tätigkeit "zur vollsten Zufriedenheit der Ortsleitung und der vorgesetzten Stellen ausgeübt".


"Sie sind die gute Seele der Rettungswache Niederaichbach", bescheinigte der Landrat. Ludwig Kaiß zeichne sich durch stetiges, über das normale Maß hinausgehendes Engagement aus, das höchste Anerkennung verdiene.

Ortsinformation:  Deutschland > Niederaichbach

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